Welche Personen opfern zwei ihrer freien Wochenenden und erledigen dann noch freiwillig Hausaufgaben?

Die Talentscout´s von morgen!

Die ersten 11 Teilnehmer der vollkommen neuausgerichteten DBV Talentscout-Ausbildung, die von Rainer Diehl ausgeführt wurde, machten genau dies am 05. und 06. Oktober 2019. In der nagelneuen Halle in der Weimarer Nordstraße fiel pünktlich 9Uhr der Startschuss für die Ausbildung. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse, Beobachtungen aktueller Badmintongrößen auf internationalen Turnieren und ein riesengroßer Fundus an Erfahrungen des DBV-Trainers flossen hier mit ein. Dank der Organisation von Karsten Besser, dem Lehrwart von Thüringen, und Daniel Pacheco, Referent für Bildung und Verwaltung des DBV, der gemeinsam mit Rainer Diehl das bestehende Konzept inhaltlich und medial komplett überarbeitete, soll der Ausbau der Talentförderung einen neuen Impuls erhalten und damit die Anzahl der Talentförderstützpunkte in Deutschland wesentlich erhöht werden. Durch den hohen Grad der Anschauung, der Demonstrationen und nicht zuletzt den unschlagbaren Wortwitz des Referenten wurde diese ersten zwei Tage dieser Ausbildung zu einem offenen, kreativen Projektstart für alle Beteiligten.
Das Modul beginnt mit der Theorieausbildung, die jeder Teilnehmer im Vorfeld in Eigenverantwortung absolviert. Mittels sehr anschaulicher Videos, Beiträge aus Fachzeitschriften und der Präsentation von Sichtweisen nationaler Badmintongrößen wird man zum Nach- und Überdenken bisheriger Vorstellungen zum Kindertraining und zum Umgang mit der Individualität der Trainierenden gezwungen. Mit einem teilweisen neuen Verständnis zum Thema Talent und Nutzung der Individualität und Kreativität der Spieler fängt das 1. praktische Ausbildungsende an. Die Methodik des Kindertrainings von der Ballgewöhnung, Möglichkeiten der Taktikschulung nach dem Prinzip: “Hilf mir es selbst zu entdecken!” und einfache Wettkampfvariationen, um den Jungspieler an die Vergleichssituation zu gewöhnen, wurden hier diskutiert, vorgeführt und analysiert. Die Offenheit und Kreativität aller Teilnehmer und die Inspiration durch Rainer Diehl führten letztendlich dazu, dass nicht nur neue Ansätze in der Vermittlung bestimmter Schlag- und Lauftechniken im Spiel gefunden werden konnten, sondern dass das geplante Ende der Veranstaltungsreihe um mehr als 2 Stunden nach hinten geschoben wurde. Das waren “Überstunden” nach unsrem Geschmack. Wir kamen zur Ausbildung als Einzelkämpfer und gingen am Sonntag als Team auseinander. Genau dieses Ziel verfolgen wir beim Training der Kinder. Bei uns zukünftigen Talentscouts hat es funktioniert. Danke Rainer. Mit der Feststellung, dass der Trainer eine riesengroße Frustrationstoleranz besitzen muss, um junge Badmintonspieler erfolgreich trainieren und auf Wettkämpfe vorbereiten zu können verabschiedeten wir uns. Wir freuen uns auf das letzte Wochenende im Oktober, an dem wir unsere Talentscout-Ausbildung in Leipzig beenden werden.